Neuseeland

> Nordinsel - idyllisch: Bay of Islands and Coromandel Peninsula
> Nordinsel - vulkanisch: White Island, Rotorua, Waitomo
> Nordinsel - verstreut: andere nette Fleckerl
> Südinsel - tropisch: Abel-Tasman-Nationalpark
> Südinsel - schroff und nass: Westküste
> Südinsel - majestätisch: die neuseeländischen Alpen
> Südinsel - verstreut: andere nette Fleckerl

Bei drei Besuchen in den 90er Jahren haben wir uns hoffnungslos in Neuseeland verliebt. Auch wenn familiäre Gründe unsere sofortige Übersiedlung dorthin verhinderten, haben wir uns immer vorgenommen: sollten wir jemals wieder die Gelegenheit bekommen, dann wollen wir unbedingt wieder hin, nach Kiwiland. Fast zwanzig Jahre hat es gedauert, bis die Gelegenheit da war. Ein wenig mulmig war uns schon, denn oft endet es ja in einer Enttäuschung, wenn man einen Ort, an den man so schöne Erinnerungen hat, nach langer Zeit wieder besucht: weil man sich nur "selektiv" erinnert oder weil sich alles verändert hat. Die Sorge stellte sich als völlig unbegründet heraus: außer ein paar sehr moderaten Zugeständnissen an den Massentourismus hat sich so gut wie nichts verändert. Das heißt im Klartext: es stehen immer noch riesige Landesteile unter komplettem Naturschutz, der auch für viel Investorengeld nicht gelockert wird, die Bewohner sind immer noch tiefenentspannt, ohne phlegmatisch oder hinterwäldlerisch zu sein und der Tourist ist, sofern er sich vernünftig benimmt, herzlich willkommen und immer zu einem Ratsch über Gott, die Welt und gerne auch die Weltpolitik eingeladen. Wir hatten den Eindruck, dass es die "Kiwis" gar nicht stört, dass sie geografisch und politisch etwas am Rande des Weltgeschehens liegen und dass so mancher Irrsinn einfach an ihnen vorüberzieht. Natürlich kann man leicht entspannt sein, wenn man quasi autark ist: Land- und Viehwirtschaft sowie Fischerei sind problemlos in der Lage, die gerade mal 5 Mio. "Kiwis" zu ernähren und eine Vielzahl von Flüssen, Seen und Vulkanen liefert Energie im Überfluss. Nur mit einem einzigen näheren Nachbarn, den Australiern, muss man sich arrangieren und da hat sich eine beiderseits sorgsam gepflegte Hassliebe bewährt... Wer auch mal Land&Leute besuchen möchte und Fragen hat, kann sich gerne an uns wenden: Kontakt

Nordinsel - idyllisch: Bay of Islands und Coromandel Peninsula

Auch wenn nicht jeder Reiseplan es zulässt, die äußerste Nordspitze Neuseelands am Cape Reinga zu besuchen - zwei Gegenden im "Nordland" gehören unbedingt zum Pflichtprogramm: die Bay of Islands und die Coromandel-Halbinsel. Die Bay of Islands, nördlich von Whangarei gelegen, besteht - wie der Name schon sagt - aus einer riesigen Anzahl kleinerer und winziger Inselchen, die der großen Bucht ein fast südsee-artiges Flair geben. Die Inselchen gibt es in den Ausprägungen bewohnt, nur von Schafen bewohnt oder unbewohnt; viele sind mit traumhaften Stränden oder spektakulären Felsformationen ausgestattet. Erleben kann man sie per Boot oder - falls das Reisebudget es zulässt - per Helikopter (ab Russell oder Paihia). Die Coromandel-Halbinsel liegt östlich der inoffiziellen Hauptstadt Auckland und war einst das Domizil der Aussteiger und Hippies. Entlang der Küste gibt es zwischen gepflegten Ortschaften viele wunderschöne Buchten und mit dem Cathedral Cove einen der schönsten Strände Neuseelands. Wer zur richtigen Zeit kommt, kann sich am Hahei Beach seine individuelle Sand-Badewanne mit heißem Quellwasser und kaltem Meereswasser befüllen. Keineswegs versäumen sollte man die ein oder andere Wanderung im Inneren der Halbinsel, deren schroffe, mit Regenwald überzogenen Bergkegel meist Ausblicke auf West - und Ostküste gleichzeitig erlauben (z.B. The Pinnacles oder Castle Rock).

> nach oben

Nordinsel - vulkanisch: White Island, Rotorua, Waitomo, Tongariro-Nationalpark

Das Zentrum der Nordinsel steht ganz unter dem Einfluss der Vulkane. Ca. drei Bootsstunden vor der Küste der Bay of Plenty liegt White Island, eine karge Felsinsel, im Meer. Was da aus dem Wasser ragt, ist genaugenommen der Krater eines sehr aktiven, aber selten gewalttätigen Vulkans. Wer einmal direkt in einen giftgrünen Schwefelsee schauen und neben fauchenden Fumerolen stehen möchte, ist hier richtig (inzwischen nur noch geführte Touren). In Rotorua wird man von beissendem Schwefel-Geruch begrüßt, spätestens am dritten Tag läßt die Übelkeit dann aber nach. Dafür kann man in mehreren, schön angelegten Erlebnisparks die verschiedenen Spielarten des Vulkanismus besichtigen. Unser absoluter Lieblingspark ist und bleibt Waiotapu (an der Straße nach Taupo), der mit der "Artist's Palette" (=vielfarbiger See), dem "Champagner Pool" (orangefarbener Blubbersee) und dem Geysir "Lady Knox" einige einmalige Highlights hat. Kleiner, aber ebenfalls sehenswert sind die Vulkanfelder von Hell's Gate (Tikitere). Westlich von Rotorua, beim Dörfchen Waitomo, geht es in die Unterwelt: was von oben nur wie die üblichen neuseeländischen Schafweiden aussieht, ist eine Etage darunter ein riesiges System von Tropfsteinhöhlen. Jeder kann selbst entscheiden, wieviel Abenteuer er bei der Besichtigung haben will: vom einstündigen Spaziergang bis zur ganztägigen Exkursion mit unterirdischem Abseilen, Schwimmen und Klettern wird alles angeboten. Südlich des Lake Taupo, der seinerseits auch nur ein vollgelaufener Vulkankrater ist, gelangt man in den Tongariro-Nationalpark und kann bei gutem Wetter auf zahlreichen Wanderungen die Vulkan-Drillinge Mt. Ngauruhoe, Mt. Tongariro und Mt. Ruapehu kennenlernen. Falls sie sich gerade ordentlich benehmen, kann man sie sogar besteigen bzw. an ihren Flanken Ski fahren.

> nach oben

Nordinsel - verstreut: andere nette Fleckerl

bei schönem Wetter ein Traum: der perfekte Vulkankegel des Mt. Taranaki, der sich mutterseelenallein über dem Farmland erhebt und tolle Wandermöglichkeiten bietet. Blumen-Fans müssen zum Pukeiti Rhododendron-Trust. die hübsche Stadt Wanganui mit Freizeitmöglichkeiten an Meer und Fluß und tollen botanischen Gärten das nördliche Ende Neuseelands am Cape Reinga mit Sanddünen und schönen Buchten, wobei man den berühmten "90-mile-beach" mit dem Mietauto ohnehin nicht fahren darf

> nach oben

Südinsel - tropisch: Abel-Tasman-Nationalpark

Wer erfolgreich mit dem "Interislander" auf die Südinsel übergesetzt hat, kann gleich die berühmte Vielfalt Neuseelands genießen. Auf der Fahrt vom Ankunftsort Picton nach Nelson sollte man unbedingt die kurvige Nebenstraße nehmen, die sich entlang der vielen Fjorde des Marborough Sounds schlängelt - man kommt sich vor wie in Norwegen! Hinter Nelson beginnt dann idyllisches, hügeliges Farmland mit einem großen Obstanbaugebiet - und man fühlt sich fast wie in Mitteleuropa. Wer dann rechtzeitig nach Norden abbiegt, kann im Abel-Tasman-Nationalpark und bis hinauf zum Farewell Spit erleben, dass Neuseeland auch Südsee-Feeling kann! Für den Abel-Tasman-Park sollte man etwas Zeit einplanen, denn es gibt vielfältige Möglichkeiten zum Wandern (immer mit Badesachen im Rucksack bitte!) oder für Wassersport. Praktische Wassertaxis verkehren zwischen den malerischen Buchten, sodass man sich beliebig "aussetzen" und wieder aufsammeln lassen kann.

> nach oben

Südinsel - schroff und nass: Westküste

An der Westküste ist dann schlagartig vorbei mit Südsee-Feeling: zu viele Regenwolken kommen über die Tasman Sea und bleiben an der langen, hohen Kette der Südalpen hängen. Wer längere Zeit an der Westküste verbringen will, braucht gute Regenklamotten, ein sonniges Gemüt und ständigen Kontakt zum Wetterdienst, um die spontanen halbtägigen Regenpausen nicht zu verpassen. Dannn kann man die Robben-Kolonie von Westport, die Pfannkuchen-Felsen bei Punakeiki oder den Alpen-Spiegelbild-See Lake Matheson besuchen oder die Gletscherzungen von Fox- oder Franz-Josef-Gletscher besichtigen. Auch Wandermöglichkeiten gibt es zuhauf, angesichts der Wetterkapriolen sollte man sich aber immer bei den Ranger-Stationen über den Zustand der Wege informieren.

> nach oben

Südinsel - majestätisch: die neuseeländischen Alpen

Bevor man endgültig Schwimmhäute entwickelt, sollte man einen der beiden zentralen Alpenübergänge nutzen (entweder den Haast-Pass im Süden oder den Arthur's Pass weiter nördlich), um auf die entsprechend regenarme Ostseite der Südalpen zu gelangen. Hat man die Passhöhen hinter sich gelassen, ändert sich schlagartig das Landschaftbild und die Vegetation und meistens auch das Wetter. Geprägt wird die Ostseite der neuseeländischen Alpen durch riesige, wunderschöne Gletscherseen. Wer über den Haast-Pass kommt, dem liegen mit dem Lake Hawea und dem Lake Wanaka schon zwei Prachtstücke mit hervorragenden Wassersport- und Wandermöglichkeiten zu Füßen. Weiter südlich, am Lake Wakatipu, gelangt man nach Queenstown, dem alten, einst so charmanten Hippie-Dorf, das vielleicht als einziger Ort in Neuseeland dem Kommerz die Tür etwas zu weit geöffnet hat und jetzt Anlaufstation für die Adrenalin-Junkies aus aller Welt ist. Am bekanntesten und fast schon kitschig schön sind aber Lake Pukaki und Lake Tekapo, die zu Füßen des Mt. Cook und seiner Trabanten liegen und im Frühling quadratkilometerweise von wilden Lupinen gesäumt werden. Bei schönem Wetter sollte man sich unbedingt einen Rundflug über die Zentralalpen und die Seenplatte leisten (ab Tekapo oder Glentanner), auch wenn es ein größeres Loch ins Budget reisst - es ist jeden Cent davon wert und ein bleibendes Erlebnis.

> nach oben

Südinsel - verstreut: andere nette Fleckerl

Gleich vorweg: nein, wir waren diesmal nicht am berühmten Milford Sound mit seiner angeblich atemberaubenden Fjord-Kulisse. Zweimal haben wir es bisher versucht, im Dauerregen und Dauernebel der Westküste war uns aber nie ein Ausblick vergönnt. Nachdem auch diesmal für den Fjordland-Nationalpark Regen vorhergesagt war, haben wir uns die vielen Fahrkilometer und die wertvollen Ferientage gespart. Besonders gern hätten wir die Keas (=Bergpapageien) wiedergesehen, die Jahre zuvor so profimäßig unsere Scheibenwischer und den Foto-Rucksack auseinandergenommen hatten. Weitere Highlights der Südinsel: die Otago-Peninsula bei Dunedin mit ihren Robben-, Pinguin- und Albatros-Kolonien und dem einzigen Schloss Neuseelands, Larnach Castle die Riesenmurmeln der Moeraki Boulders zwischen Dunedin und Oamaru das Städtchen Kaikoura mit schöner Meeres- und Bergkulisse und reicher Meeres-Fauna (Delphine, Wale, Robben, Seelöwen) wer "ab vom Schuss" wandern will, könnte ganz im Süden, in den Catlins, fündig werden; bei schönem Wetter ein Traum: Nugget Point Leider kein Highlight mehr ist die größte Stadt der Südinsel, Christchurch. Wir haben sie als quirlig, lebhaft und leicht hippie-mäßig in Erinnerung; auf dem Cathedral Square vor der hübschen Kathedrale konnte man sich stundenlang aufhalten. Leider ist dies alles Vergangenheit, das Zentrum von Christchurch existiert seit dem Erdbeben vom 2011 einfach nicht mehr. Rund um die noch zur Hälfte stehende Kathedrale wird zwar rege neu gebaut, der alte Charme von Christchurch dürfte allerdings dauerhaft dahin sein.

> nach oben